Die Historie

Die staufische Wasserburg Romrod entstand am Ende des 12. Jahrhunderts an der wichtigen Handels- und Heerstraße "durch die kurzen Hessen" inmitten eines ausgedehnten Waldgebietes. Nach dem Aussterben des Geschlechts der 1197 erstmals urkundlich erwähnten Herren von Romrod übernahmen um 1400 die Landgrafen von Hessen die Burg und bauten sie im 16. Jahrhundert zu einem Jagdschloss und Amtssitz aus.

Eberhardt Baldewein, der zu den bedeutendsten Baumeistern der Renaissance in Hessen gehörte, baute zwischen 1575 und 1588 den Herren- und den Küchenbau als stattliche Wohnbauten inmitten des staufischen Ringwalls aus und um. Nach der Teilung Hessens 1567 kam Romrod zuerst an die Teil-Landgrafschaft Hessen-Marburg, ab 1604 dann an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt und wurde weiterhin in größeren Abständen für Jagdgesellschaften und befristete Aufenthalte genutzt.

Mit der Einführung der Parforcejagd in Hessen und der 1722 eigens hierfür errichteten Anlage im nahen Jägertal geriet Romrod ins Abseits. Erst nachdem das Schloss Jägertal aufgegeben worden war, erlebte Romrod eine neue Blüte unter Großherzog Ludwig IV., der das Schloss in den Jahren 1879 bis 1885 grundlegend im Stil des Historismus renovieren ließ. In den 90er Jahren wurden zusätzlich die Ecktürmchen am Kanzleiturm hinzugefügt. Die großherzogliche Familie benutzte Schloss Romrod in den folgenden Jahren als Sommerresidenz und empfing hier Angehörige des europäischen Hochadels, darunter 1910 Zar Nikolaus mit seiner Familie.

Nach dem Tod des letzten bereits 1918 abgedankten Großherzogs im Jahr 1937 ging das Schloss in den Besitz des hessischen Staates über. Bis 1945 diente es wohl Vertretern der nationalsozialistischen Prominenz als Jagdaufenthalt. Weiterhin beherbergte es die Landesversicherung und auch die Hitlerjugend soll das Schloss genutzt haben.Nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren Vertriebene und andere, die obdachlos geworden waren, im Schloss untergebracht und richteten sich hier für fast fünfundzwanzig Jahre bis 1970 provisorisch ein. Anschließend stand das Schloss leer. Überlegungen, das Schloss als Stadthalle, als Bürgerhaus mit Verwaltung, als Gastronomie und Hotel, als Musikakademie mit Hotel oder als volkskundliches Museum mit Archiv und Lager zu nutzen verliefen ergebnislos. Im Jahr 1996 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vom Land Hessen Schloss Romrod, das bis Sommer 2002 unter besonderer Schonung der Originalsubstanz modellhaft instand gesetzt wurde.

Mehr Informationen hierüber erhalten Sie unter www.denkmalakademie.de und http://www.denkmalschutz.de

Seite drucken

Menü
Impressum